Energie und UmweltDie Erleuchtung kam, als ihr die Drohne ins Wasser fiel

Samira faszinierte sich schon früh für Technik. Schon als Kind tüftelte sie an Drohnen, Metalldetektoren und 3D-Druckern. Mit ihrer Maturaarbeit gelang ihr schliesslich eine Erfindung, die die Fachwelt begeistert.

27.2.2025 (Aktualisiert am 23.1.2026)

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Interview mit Samira Baumann
Samira Baumann entdeckt in ihrer Umwelt immer wieder offene Fragen. Im Interview erklärt sie unter anderem: warum es sich lohnt, bei Schweizer Jugend forscht teilzunehmen, was sie an Naturwissenschaft und Technik interessiert, welche gesellschaftlichen Herausforderungen nach neuen Lösungen verlangen. Das Interview wurde im Rahmen der Generalversammlung des Swissmem-Industriesektors Umwelttechnik im November 2024 geführt.

Wie Neugier und Technik eine Innovation möglich machten

Mit Technologien lassen sich viele Herausforderungen unserer Zeit lösen. Technische Innovationen tragen dazu bei, Energie effizient zu nutzen oder emissionsfrei in die Ferien zu fliegen. Sie schützen auch vor Gefahren und eröffnen neue Möglichkeiten im Gesundheitswesen oder in der Kommunikation. 

Hinter vielen Innovationen stehen neugierige Menschen, die Dinge vereinfachen oder verbessern wollen und damit einen Nutzen für die Gesellschaft und die Umwelt schaffen. Samira (20) ist eine von ihnen. Im Rahmen ihrer Maturaarbeit leistete sie Pionierarbeit auf dem Gebiet der Unterwasserkommunikation und überzeugte damit nicht nur ihre Lehrpersonen, sondern auch die Jury von Schweizer Jugend forscht.  

Gut zu wissen

Mit Technologien lassen sich viele Herausforderungen unserer Zeit lösen. Technische Innovationen tragen dazu bei, Energie effizient zu nutzen oder emissionsfrei in die Ferien zu fliegen. Sie schützen auch vor Gefahren und eröffnen neue Möglichkeiten im Gesundheitswesen oder in der Kommunikation.

Ein guter Mix zwischen Hand- und Kopfarbeit

Samira interessierte sich schon früh für Technik. Neben der Schule lernte sie das Löten und baute ferngesteuerte Autos und diverse Drohnen. Dabei gefiel ihr die Kombination von Theorie und Praxis: vom Zusammenlöten der einzelnen Komponenten bis hin zur Programmierung der Flugobjekte konnte sie mit der Zeit alles selbst erledigen. «Es ist sehr befriedigend, wenn man am Ende ein fertiges Produkt in den Händen hält, das so funktioniert, wie man es sich ausgedacht hat», sagt Samira. 

Eine Innovation mit grossem Potenzial

Nur bei der Suche nach dem Thema ihrer Maturaarbeit tat sie sich am Anfang schwer. «Ich wollte nicht einfach nochmals eine Drohne bauen, sondern etwas erfinden, was es so noch nicht gegeben hat», erinnert sie sich.

Als ihr einmal eine Drohne im Sturzflug ins Wasser fiel, kam ihr die zündende Idee: «In der Luft können Drohnen kabellos über elektromagnetische Wellen gesteuert werden, aber unter Wasser funktioniert das nicht. Es braucht Kabel, die den Bewegungsradius und den Einsatzbereich der Unterwasserdrohne stark einschränken», erklärt Samira.

Auch gewisse Gefahren seien damit verbunden: Die Kabel können sich zum Beispiel in einem Schiffsmotor verheddern und so einen Schaden verursachen. Das Potenzial von autonomen Unterwasserdrohnen sei denn auch entsprechend gross – zum Beispiel im Umweltbereich für die Messung der Wasserqualität oder bei der Suche nach Vermissten, wozu es bisher mehrere professionelle Berufstaucher brauchte.

Von den Delfinen inspiriert

Auf der Suche nach einer geeigneten Kommunikationsmethode orientierte sich Samira an der Meeresbiologie. «Delfine kommunizieren mittels Ultraschallwellen. Das inspirierte mich, es auf die gleiche Art zu probieren», sagt sie.

Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Von allen Methoden erwies sich Ultraschall als die beste Option. Allein mit dieser Erkenntnis gab sich Samira jedoch nicht zufrieden. Nachdem sie die theoretischen Grundlagen erarbeitet hatte, baute sie eine Ultraschallantenne sowie ein kleines U-Boot, das sie gleich auch noch im Selbststudium programmierte.

«Ich habe mir alles selbst beigebracht. Da meine Arbeit ein komplett neuer Ansatz beinhaltete, konnte ich nicht einfach nach der besten Lösung googeln oder meinen Lehrer fragen», erklärt die junge Erfinderin. Manchmal sei sie bis um 4 Uhr nachts wach gewesen und habe über einem Problem gebrütet.

Prädikat «hervorragend» und Ticket an die Nobelpreisverleihung

So viel Einsatz kam bei der Jury von «Schweizer Jugend forscht», dem nationalen Wettbewerb für Nachwuchsforscherinnen und -forscher, sehr gut an. Samiras Arbeit wurde mit der höchsten Auszeichnung bewertet. Zudem erhielt sie einen Sonderpreis, der sie zur Teilnahme am Stockholm International Youth Science Seminar berechtigt.

Neben anderen Jungforscherinnen und -forschern aus der ganzen Welt hat sie dort die Möglichkeit, an der Nobelpreisverleihung teilzunehmen und viele einflussreiche Persönlichkeiten zu treffen.

Mit einem technischen Beruf Karriere machen

Samira hat sich nach der Matura für ein Physikstudium an der ETH entschieden, daneben arbeitet sie an der Kommerzialisierung ihrer Idee. Auch eine Lehre in einem der 10 technischen Berufe bietet eine gute Grundlage, um wie Samira neuartige Lösungen in Bereichen wie Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Chancen für dichEntdecke deine Job- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Tech-Industrie

Geschichten wie jene von Samira zeigen, wie viel Gestaltungskraft in technischen Berufen steckt – und wie früh der Einstieg in die Tech-Industrie möglich ist.

Schweizer Jugend forscht

Die Stiftung Schweizer Jugend forscht motiviert Jugendliche und junge Erwachsene, ihr Talent für die Wissenschaft zu entfalten. Der jährlich stattfindende Wettbewerb ermöglicht den 16- bis 23-Jährigen ihr wissenschaftliches Projekt einer Fachjury zu präsentieren. Auch aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sind jedes Jahr vielversprechende Arbeiten dabei. Diese zeigen, wie wir mit Technologie Energie senken und Emissionen reduzieren sowie anderen Herausforderungen unserer Zeit sinnvoll begegnen. Erfahre mehr