2.3.2021 (Aktualisiert am 12.1.2026)
Würde man die Datenströme und Funktionen aus dem All kappen, wäre schnell nichts mehr so, wie wir es kennen: Verkehr und Kommunikation würden zusammenbrechen, Echtzeitinformationen für Finanzdienstleistungen, Wetterprognosen, Katastrophenmanagement oder Hilfeleistungen wären nicht mehr verfügbar. Ein moderner Staat würde innert kürzester Zeit massiv eingeschränkt.
Ein eindrückliches Beispiel für den Nutzen der Raumfahrt ist das Programm Copernicus. Die Initiative der ESA und der Europäischen Union liefert ein globales, unabhängiges System zur Erdbeobachtung.
Die gewonnenen Satellitendaten kommen in zahlreichen Bereichen zum Einsatz: vom Klimawandel über Luftverschmutzung, Städteplanung und Landwirtschaft bis hin zu Naturkatastrophen, Mobilität, Infrastruktur und erneuerbaren Energien. Sie ermöglichen einen neuen, ganzheitlichen Blick auf unseren Planeten – und schaffen die Grundlage für fundierte Entscheidungen.
Die detaillierten Einblicke aus dem All helfen nicht nur der öffentlichen Hand und der Forschung. Sie eröffnen auch neue Entwicklungsmöglichkeiten für Industrieunternehmen, KMU und Start-ups. Daten aus der Raumfahrt werden zur strategischen Ressource – etwa für nachhaltige Planung, effiziente Logistik oder innovative Geschäftsmodelle.
Auch die Schweiz ist im All präsent. Das Unternehmen Beyond Gravity war massgeblich an der Entwicklung von Copernicus-Satelliten und Trägerraketen beteiligt. Weitere Unternehmen profitieren ebenfalls von internationalen Raumfahrtprojekten – darunter Almatech aus Lausanne. Das KMU entwickelt ultrastabile Strukturen für Weltraumteleskope, Wärmeschutzlösungen und Kabelbäume für Satelliten. «Wir sind äusserst wettbewerbsfähig. In Sachen Qualität ist die Schweizer Raumfahrtindustrie sehr relevant und bekommt ihren Teil vom weltweiten Kuchen ab», weiss Hervé Cottard, General Manager & Co-Founder von Almatech.
Wir sind äusserst wettbewerbsfähig. In Sachen Qualität ist die Schweizer Raumfahrtindustrie sehr relevant und bekommt ihren Teil vom weltweiten Kuchen ab
Als Gründungsmitglied der ESA gehört die Schweiz zu den Raumfahrtnationen der ersten Stunde. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Subsystemen und hochspezialisierten optischen, mechanischen und elektronischen Komponenten.
Die Schweizer Raumfahrtindustrie beschäftigt heute über 1000 hochqualifizierte Fachkräfte und erzielt einen Jahresumsatz von mehr als CHF 300 Millionen. Der globale Raumfahrtmarkt gilt als stark wachsend – nicht zuletzt, weil unsere Abhängigkeit von Weltraumdiensten weiter zunimmt. Ob vernetzte Regionen, Smart Farming oder autonome Mobilität: Viele Zukunftstechnologien sind ohne Satellitendaten kaum denkbar.