Frauen in der Tech-IndustrieTechnik – ein Berufsfeld für Frauen?

Technik ist nichts für Mädchen? Dieses Vorurteil hält sich hartnäckig. Samira zeigt, dass es nicht an den Fähigkeiten liegt – sondern an falschen Vorstellungen. Heute ist sie froh, ihren eigenen Weg gegangen zu sein.

13.3.2023

Alle zwei Jahre bietet SATW mit SwissTecLadies ein Mentoring-Programm für Mädchen an, die sich für eine technische Ausbildung interessieren.

Warum technische Berufe jungen Frauen Zukunft bieten

Technikberufe sind sinnstiftend und gefragt

Alle zwei Jahre bietet SATW mit SwissTecLadies ein Mentoring-Programm für Mädchen an, die sich für eine technische Ausbildung interessieren. Wer einen technischen Beruf wählt, entscheidet sich für eine sinnvolle Arbeit mit Zukunft. Als Automatikerin, Konstrukteurin oder Elektronikerin hilfst du mit, Neues zu schaffen und damit den Schutz von Klima und Umwelt zu verbessern.

Leider sind Mädchen in technischen Berufen noch immer stark untervertreten. Von rund 12’000 Jugendlichen, die jährlich in der Schweiz eine Lehre in Informatik und Technik starten, sind lediglich 7 Prozent weiblich. Das ist schade, denn Frauen sind in der Industrie gefragt und werden von ihren Arbeitgebern oft gezielt gefördert.
 

Am Meitli Technik-Tag den Traumberuf entdeckt

Das hat auch Samira erlebt. Trotz durchschnittlicher Schulnoten und entgegen dem Rat ihrer Lehrerin entschied sie sich für eine Lehre als Automatikerin. Den Anstoss gab ihr der Besuch eines Meitli-Technik-Tags bei Siemens. Dort lernte sie gemeinsam mit anderen jungen Frauen die Berufe Informatikerin, Elektronikerin und Automatikerin kennen.
«Bei der Automatikerinnen-Lehre wusste ich sofort: Das ist es», sagt Samira. Die Kombination aus handwerklicher Arbeit und technischem Denken faszinierte sie. Ein Wahlfachlehrer erkannte ihr Potenzial und bestärkte sie darin, ihren eigenen Weg zu gehen.
 

Bei der Automatikerinnen-Lehre wusste ich sofort: Das ist es

Falsche Vorstellungen beeinflussen die Berufswahl

Oftmals haben junge Mädchen – aber auch ihre Eltern – eine falsche Vorstellung davon, was technische Berufe beinhalten und welche Anschlussmöglichkeiten sie bieten. Lea Hasler, Geschäftsführerin von IngCH Engineers Shape our Future, beobachtet, dass viele denken, man stehe nach einer Lehre bis zur Pensionierung an der Maschine.
Dabei sind neben handwerklichem Geschick auch Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit gefragt. Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind vielfältig: von der Teamleiterin über die Produktentwicklung bis hin zu einem späteren Studium.

Das Umfeld spielt bei der Berufswahl eine entscheidende Rolle. Deshalb setzt SATW neben Schulprojekten auch auf Veranstaltungen, bei denen Eltern und Freunde einbezogen werden.

Das Umfeld gezielt miteinbeziehen

Das Umfeld spielt bei der Berufswahl eine entscheidende Rolle. Deshalb setzt SATW neben Schulprojekten auch auf Veranstaltungen, bei denen Eltern und Freunde einbezogen werden. Edith Schnapper, Leiterin Nachwuchsförderung bei SATW, betont, wie wichtig dieser Ansatz ist.

Mit Angeboten wie Mentoring-Programmen, der Tec-Challenge oder neuen Formaten wie Mutter-Tochter-Codierworkshops sollen Vorbehalte abgebaut und Vertrauen in technische Ausbildungswege geschaffen werden.

Frauen in der Tech-IndustrieAm Meitli Technik-Tag den Traumberuf entdeckt

Samira ist Automatikerin im zweiten Lehrjahr bei Siemens. Sie wusste schon immer, dass sie einen technischen Beruf wählen würde. Doch in der Schule riet man ihr erst davon ab. Heute ist sie froh, dass sie den Mut hatte, ihren eigenen Weg zu gehen.